Neurobiologie Camp, 10.04.-14.04.2017

Die Camps bieten interessierten Oberstufenschülerinnen und -schülern die Möglichkeit, sich mehrere Tage intensiv mit physikalischen und biologischen Grundlagen der Funktion des Nervensystems zu beschäftigen. Der Fachbereich Neurobiologie und Biologie wird dieses Camp zusammen mit der Universität Göttingen und den Max-Planck-Instituten durchführen. Bei Laborbesuchen in der  Universität Göttingen gewinnen die Teilnehmer einen Einblick in die aktuelle neurobiologische Forschung.

weitere Informationen:
Die Schüler sind zusammen in einem nahe gelegenen Hotel in Mehrbettzimmern untergebracht. Das Mittagessen wird in der Mensa der Universität eingenommen. In Verbindung mit einem Rahmenprogramm sind täglich gemeinsame Abendessen geplant. Die Teilnehmerzahl ist auf 16 begrenzt und die Teilnehmer müssen mindestens 16 Jahre alt sein.


Ein Eigenbeitrag von 80 Euro sowie das Mittagessen in der Mensa und die An- und Abreise ist selbst zu zahlen. 

weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Leitet den Download einFlyer oder wenden Sie sich telefonisch an:

Dr. Barbara Ritter
Tel.: 0551 39 13612
Email: b.ritter [at] xlab-goettingen.de

Bitte rufen Sie unter der oben angegebenen Telefonnumer an.

Wir danken dem  Öffnet externen Link im neuen FensterDFG-Forschungszentrum Mikroskopie im Nanometerbereich und Molekularphysiologie des Gehirns (CMNPB) für die Förderung dieses Neurobiologie Camps.   


Beschreibung der Kursinhalte

Membranpotenzial

Grundlage aller elektrischen Aktivität in lebenden Organismen ist das Vorhandensein von elektrischen Potenzialen zwischen dem Zellinneren und dem umgebenden Medium. Diese Potenziale haben ihren Ursprung in einer Ungleichverteilung von Ionen. An unbefruchteten Eiern (Oozyten) des Krallenfrosches Xenopus laevis wird das Membranpotenzial intrazellulär abgeleitet. Durch den Austausch von Ionen im Extrazellulärmedium  wird die Abhängigkeit des Membranpotenzials  von verschiedenen Ionen dargestellt.  Die physikalischen Eigenschaften von Zellmembranen werden anhand eines Zellmodells untersucht.  

Aktionspotenziale und Signalweiterleitung

Die Nervenzellen des medizinischen Blutegels Hirudo medicinalis sind groß und eignen sich gut für neurophysiologische Untersuchungen. Aktionspotenziale von Nervenzellen werden intrazellulär abgeleitet oder durch elektrische Reizung ausgelöst. Die Grundlagen der Informationsweiterleitung und -verarbeitung im Nervensystem können so untersucht werden.

Ionenströme und Ionenkanäle

Durch die Injektion einer messenger-RNA können die Oozyten des Krallenfrosches dazu gebracht werden jedes gewünschte Protein zu produzieren. Diese Methode lässt sich auch zur Expression (Synthese) von Ionenkanälen benutzen. Die von solchen Kanälen getragenen Ionenströme werden mit der „Zwei-Elektroden-Spannungsklemme“ gemessen. Mit dieser Methode lassen sich verschiedene Eigenschaften von Ionenkanälen untersuchen.  Wir werden unter anderem untersuchen bei welchen Potenzialen sich verschiedene Kaliumkanäle öffnen und wie die Ionenströme vom Membranpotenzial abhängen. 

Sinnesorgane

Sinnesorgane dienen als Schnittstelle zwischen Nervensystem und Umwelt. Am Beispiel des Sehsinnes wird die Leistung von Sinnesorganen an Wanderheuschrecken (Locusta migratoria) und im Selbstversuch untersucht. Durch die extrazelluläre Ableitung von Summenpotenzialen (sog. Elektroretinogrammen) kann die Lichtempfindlichkeit des Heuschreckenauges ebenso untersucht werden wie die Geschwindigkeit, mit der Lichtreize verarbeitet werden. Mit dieser Methode lässt sich auch feststellen, ob und welche Farben Heuschrecken sehen können. Die Reaktion der Wanderheuschrecke auf Bewegungen im Gesichtsfeld wird ebenfalls untersucht. Hierzu wird die Aktivität eines identifizierten Interneurons extrazellulär abgeleitet.