Saurer Regen im Harz - Ein Problem im Mittelalter, ein Problem heute

Bei der Verhüttung der sulfidreichen Erze wurden bereits im Mittelalter erhebliche Mengen an Schwefeldioxid wie auch an Schwermetallen freigesetzt, die teilweise deutlich über das heutige Maß hinausgingen. Dies führte zu einer durchgreifenden Versauerung von Böden und Gewässern und massivem Baumsterben. Alte Aufzeichnungen von Agricola am Anfang des 16.Jahrhunderts belegen bereits Schäden durch die Erzverhüttung. Seit etwa 30 Jahren wird von den "neuartigen Waldschäden" (Waldsterben) gesprochen. Diese sind im Harz jedoch weniger durch lokale Emissionen als vielmehr durch Schadstoffeinträge aus den Industriegebieten, Hausbrand und aus dem Verkehr verursacht. Maßnahmen zur Linderung der Schäden sind beispielsweise Aufbringung von Kalk zur Neutralisation der akkumulierten Säuren, Reduktion von Schadstoffeinträgen durch Luftreinhaltemaßnahmen, Einsatz von Katalysatoren. Es wird diskutiert, inwieweit diese diese Maßnahmen ausreichen.

Methodisches:

1. Gelände: pH-Messung und Leitfähigkeit in verschiedenen Gewässern im Harz zur Feststellung der Versauerung; Entnahme von Proben aus Bodenprofilen, aus Bergbau- und Schlackenhalden; Entnahme von Gesteinsproben.

2. Labor: Im Göttinger Zentrum Geowissenschaften erfolgen pH-Messungen an Gleichgewichtslösungen von Bodenproben und zerkleinerten Gesteinsproben. Ein "Versauerungsprofil" wird angefertigt. Die Gesteinsproben sollen Aufschluss über die jeweiligen pH-Puffereigenschaften unterschiedlicher Gesteine liefern.

Dauer:
2 Tage

Ort:
Geowissenschaftliches Zentrum Göttingen, Abteilung Sedimentologie und Umweltgeologie

Anmeldung Öffnet internen Link im gleichen Fensteronline 

Nähere Informationen telefonisch bei Frau Dr. Anne-Sophie Koch unter 0551 - 39 12 873.

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