Physik Camp 10.10.-14.10.2016

Dozent: Johann Krawczyk, Christina Lumme

Dieses Camp bietet interessierten Oberstufenschülerinnen und -schülern die Möglichkeit, sich mehrere Tage intensiv mit physikalischen Grundlagen zu beschäftigen. Der Fachbereich Physik wird dieses Camp zusammen mit Herrn Prof. A. Quadt vom II. Physikalischen Institut der Universität Göttingen und seiner Arbeitsgruppe durchführen. In der Fakultät für Physik der Uni Göttingen gewinnen die Teilnehmer einen Einblick in die aktuelle physikalischen Forschung.
weitere Informationen
Die Schüler sind zusammen in einem Gästehaus untergebracht. Zum Mittagessen bietet sich die nahegelegene Mensa der Universität an. In Verbindung mit einem Rahmenprogramm sind täglich gemeinsame Abendessen geplant. Die Teilnehmerzahl ist auf 16 begrenzt.

Ein Eigenbeitrag von 80 Euro sowie die An- und Abreise sind von den Teilnehmern selbst zu tragen.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer oder fragen sie uns.

Leitet den Download einFlyer

Kontakt:
Melanie Gatzsch
m.gatzsch [at] xlab-goettingen.de
Tel.: 0551 39 12872

Bewerbungsunterlagen:
Tabellarischer Lebenslauf, Zeugnis und Empfehlungsschreiben eines Fachlehrers sind digital an M. Gatzsch (m.gatzsch [at] xlab-goettingen.de) zu schicken

 


Beschreibung der Kursinhalte

Radioaktivität

In verschiedenen Versuchsaufbauten werden die Energie von α- und β-Teilchen sowie die Energie von γ-Quanten bestimmt. Für die α-Strahlung verwenden wir einen Halbleiterdetektor und die Energie der β Strahlung wird über die Ablenkung der β-Teilchen in einem magnetischen Feld ermittelt. Bei der γ-Strahlung kommt ein Szintillationszähler zum Einsatz.
Es zeigt sich, dass die α- und γ-Strahlung nur ganz bestimmte diskrete Energiewerte besitzt. Die β-Strahlung zeigt dagegen ein kontinuierliches Energie-Spektrum. Darum ergibt sich die Existenz der Neutrinos. Außerdem zeigen die Messwerte, dass die emittierten Elektronen wegen ihrer großen Geschwindigkeit relativistisch beschrieben werden müssen.
Mit dem Szintillationszähler kann mit guter Genauigkeit auch die Energie der γ Quanten gemessen werden, die bei der gegenseitigen Zerstrahlung von Elektronen und Positronen entsteht.

Kosmische Myonen

Myonen entstehen in den oberen Schichten unserer Atmosphäre durch die auftreffende kosmische Strahlung. Diese elementaren Teilchen ähneln den Elektronen, jedoch ist ihre Masse etwa 200-mal größer und Myonen zerfallen nach ca. 2 Mikrosekunden. Aufgrund ihrer sehr großen Geschwindigkeit können sie trotzdem die Erdoberfläche erreichen. Dies ist ein relativistischer Effekt und bestätigt damit die Spezielle Relativitätstheorie. In unserer Apparatur werden die Myonen mit Hilfe des Cherenkov-Effekts nachgewiesen.

Auswerten von Original Messdaten des CERN

Hier haben die Teilnehmer die Möglichkeit, selbst Daten vom ATLAS Experiment am weltgrößten Teilchenbeschleuniger LHC am Forschungszentrum CERN zu analysieren. Dabei können Sie unter anderem nach Zerfällen des Higgs-Boson suchen, dessen Nachweis 2013 mit dem Physik-Nobelpreis gewürdigt wurde.

Michelson-Interferometer und Gravitationswellen

Im Februar diesen Jahres wurden erstmals Gravitationswellen nachgewiesen, d. h. 100 Jahre nachdem A. Einstein diese periodischen Verzerrungen der Raumzeit vorhergesagt hatte. Bei den beiden LIGO-Detektoren wurde ein Michelson-Interferometer verwendet.
Unsere Teilnehmer sollen die Funktionsweise dieses Interferometers an einem vereinfachten Aufbau mit Mikrowellen kennenlernen und mit einem optischen Michelson-Interferometer weitere Versuche durchführen. Dabei wird dann ein Helium-Neon-Laser verwendet.