Fließgewässerökologie

1. Biologische Wassergütebeurteilung durch Ermittlung des Saprobienindexes.
(Saprobien: Lebewesen, die in faulenden organischen Stoffen leben)
Anhand der Saprobie-Zeigerwerte der von den Schülern gesammelten und bestimmten Taxa des Makrozoobenthos und anderer Organismengruppen wird die Wassergüteklasse ermittelt.

2. Bewertung der Strukturgüte

Anhand eines anschaulichen Fragenkatalogs beurteilen die Schüler selbstständig, wie weit die hydromorphologischen Merkmale eines Gewässers vom „guten ökologischen Zustand“ für den Gewässertyp gemäß EU-WRRL abweichen. Der resultierende Indexwert gibt Auskunft über Habitatqualität und Veränderungsgrad des Gewässers

3. Physikalisch-chemische Analysen

Messungen vor Ort und quantitative Analysen der biologisch wichtigsten Ionen mit hochwertigen Testkits oder mit ausführlichen nasschemischen Verfahren charakterisieren die wichtigsten abiotischen Faktoren und werden in Beziehung zur gefundenen Organismengemeinschaft, zur Gewässerstruktur und zur Umgebung gesetzt.


Erläuterungen zur biologischen Wasseranalyse

Mit der biologischen Wasseranalyse kann der Sauerstoffhaushalt eines Gewässers – und damit indirekt seine Belastung mit organischen Stoffen -
ohne wiederholte chemische Analyse anhand der vorhandenen Organismenarten und ihrer Häufigkeit festgestellt werden. Sie stützt sich dabei auf eine gewisse Zahl von Leitorganismen (Saprobien*) und deren Populationsgröße bzw. auf das Vorkommen bestimmter Lebensgemeinschaften. Grundlage dieses Verfahrens ist, dass jede Art auf einen ganz bestimmten Zustand ihres Habitats angewiesen ist, der Artenbestand also die Lebensbedingungen in einem Gewässer widerspiegelt.

Der große Vorteil der biologischen Wasseranalyse nach dem Saprobiensystem (Liste der Makroorganismen nach DIN 38 410) beruht auf der Tatsache, dass man mit dieser Methode den mittel- bis langfristigen Zustand eines Gewässers feststellen kann, während die Erhebung physikalisch-chemischer Daten (BSB, Sauerstoffgehalt usw.) nur die Verhältnisse zum Zeitpunkt der Probenentnahme, also eine „Momentaufnahme", ergeben kann.

Auf eine kurze allgemeine Einführung im XLAB folgt eine Exkursion zu einem Fließgewässer (i.d.R. Mittelgebirgsbach) mit Untersuchungen und Probenahmen. Im XLAB finden anschließend die Bestimmung der Organismen, die chemischen Analysen und eine zusammenfassende Auswertung statt. Nach Absprache sind eventuell andere Formate möglich..Die Exkursionen sind geeignet für Schüler der SEK I und SEK II und finden nach Absprache in den Monaten April bis Oktober statt. Dauer: 1/2 Tag Exkursion + 1/2 Tag Auswertung (bzw. nach Absprache).

Max Teilnehmerzahl: 24
Ort:
XLAB und Fließgewässer

Fahrtkostenbeitrag 8 Euro pro Person oder Anfahrt mit eigenen Fahrzeugen

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Aktuelles

04. Januar 2012

Neu im XLAB: PCR Methodenkurs

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