Lehrerfortbildung Waldökologie, 08.-10. Juni 2017

Dozent: Dr. D. Gries

Wald als potentielle natürliche Vegetation

Ohne den Einfluss des Menschen wäre Deutschland fast vollständig von Wäldern bedeckt. Auf den meisten Standorten würde die Buche dominieren; Eichenmischwälder würden eine untergeordnete Rolle spielen und Nadelhölzer könnten sich gegen die Laubbaumarten nur auf extremen Standorten durchsetzen. Menschliche Nutzung erfolgt heute fast flächendeckend; selbst Waldflächen sind zum größten Teil durch forstliche Maßnahmen geprägt. Die bestehende Waldform, die ausgebildete Waldvegetation und die heutigen Standortbedingungen sind als Produkt der naturräumlichen Gegebenheiten vor allem in klimatischer, geologischer und floristischer Hinsicht, der historischen und aktuellen forstlichen Nutzung sowie weiterer menschlicher Einflüsse wie z.B. Schalenwilddichte, Eutrophierung oder Klimawandel zu verstehen. 

Großen Einfluss auf die Ausprägung der Waldgesellschaft und die Produktivität der Bestände haben edaphische (bodenbürtige) Standortfaktoren. Als Produkt geologischer, klimatischer und biologischer Bedingungen sowie seiner Nutzungsgeschichte integriert der Boden eine Reihe abiotischer Faktoren, die für das pflanzliche Überleben und Gedeihen entscheidend sind, vor allem die Wasserversorgung (Speicherkapazität, Pflanzenverfügbarkeit) sowie den eng damit zusammenhängenden Gasaustausch, die Nährstoffversorgung und mögliche Schadstoffgehalte. 

Kursinhalte

Inhalte dieser Lehrerfortbildung sind die bekannten zentralen Inhalte der Ökologie (v.a. abiotische Faktoren, Biozönose, Nahrungsnetze, Stoffkreisläufe, Energiefluss, Einfluss des Menschen) und die Besonderheiten der Waldökosysteme. Im Mittelpunkt der praktischen und theoretischen Arbeiten steht die Erfassung von Bestandesstruktur, Vegetation und Boden als Teil des Pflanzenstandorts. Darauf aufbauend werden abiotische Standortfaktoren, die Waldgesellschaften, die Nutzungsform und die Stoffhaushaltstypen bestimmt. Vorgestellt werden wissenschaftliche und forstpraktische Methoden zur ökosystemaren Ermittlung von Bestandesbiomasse, Produktivität, Wasserhaushalt und Elementflüssen. Behandelt wird zudem der Einfluss des vertikalen Licht- und Wasserversorgungsgradienten innerhalb der Baumkrone, der zur Ausbildung von Sonnen- und Schattenblättern führt. Anpassungen an die gegensätzlichen abiotischen Faktoren, die die Blätter eines Baumindividuums von der Kronenspitze bis in den unteren Schattenkronenbereichen erfahren, betreffen vor allem Photosynthese und Lichtschutzmechanismen, Transpiration und osmotische Eigenschaften, Pigmentgehalte sowie Blattbau und Blattstellung. 

Auf Waldökosystemforschungsflächen bzw. Forschungseinrichtungen der Universität Göttingen, in Wirtschaftswäldern und im XLAB-Labor werden wir praktische Übungen zu den genannten Themen durchführen und ihre theoretischen Grundlagen ausführlich besprechen. Weitere wissenschaftliche und forstliche Grundlagen werden in Form von Demonstrationen und Vorträgen dargeboten. Möglichkeiten zum Auswählen und zum fachlichen Erschließen von nahe am Schulort gelegenen Waldbeständen für eigene Untersuchungen werden skizziert und die nötigen Informationsquellen aufgezeigt. 

Dieses Angebot soll Ihnen die Gelegenheit bieten, tiefer in die verschiedenen für Waldökosysteme relevanten wissenschaftlichen und praktischen Disziplinen einzutauchen und Sie bei der Vorbereitung und Durchführung Ihres Unterrichts in der Schule und im Wald unterstützen

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