
Anthropometrie

Anthropometrie
Unser Bewegungsapparat erhält seine Festigkeit im wesentlichen durch unser Skelettsystem, welches - ausgelegt als Endoskelett - uns normalerweise verborgen bleibt und gerade auch daher häufig emotional aufgeladen ist. Der Ferienkurs Anthropometrie und Molekularbiologie bietet interessierten SchülerInnen und LehrerInnen die Möglichkeit, direkt am Objekt Einblick in die Anatomie des menschlichen Skeletts zu erhalten. An 4 Tagen werden die Grundlagen unseres Endoskeletts und der Molekularbiologie nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch vermittelt. Mit einer genetischen Geschlechtsfeststellung in der zweiten Kurshälfte wird beispielhaft eine gerichtsmedizinische Methoden durchgeführt und gleichzeitig der Bezug zur modernen Labor-Molekularbiologie hergestellt.
Unser Skelett bildet einen funktionellen Verbund zur Haltung (Statik) und Bewegung (Lokomotion) unseres Körpers, welcher vor allem die Muskulatur mit einschließt. Dabei entstand eine Fülle funktioneller Anpassungen (Adaptationen) und konstruktiver Elemente, auf die im Kurs (in gebotener Kürze) ebenso eingegangen wird, wie auch auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede, die im forensischen (gerichtsmedizinischen) Kontext zur Geschlechtsbestimmung genutzt werden. Die dazu geeigneten Merkmale werden mit metrischen Methoden vermessen, wobei die entsprechenden Messpunkte erlernt werden (Anthropometrie).
Die Entwicklung der Molekularbiologie ermöglicht inzwischen auch den direkten Nachweis am Erbgut, der als alternatives Verfahren im Labor ebenfalls praktisch durchgeführt wird. Jeder Organismus trägt in allen Zellen sein Erbgut. Daher eignen sich auch die in der Knochenmatrix gut geschützten Knochenzellen (Osteozyten) nach entsprechendem Aufschluss zur Aufreinigung von DNA. Auf den Geschlechtschromosomen befindliche charakteristische Zielsequenzen können dann mittels PCR (Polymerasekettenreaktion) spezifisch nachgewiesen werden.
In kurzen eingeschobenen Seminarblöcken werden Theorie und Hintergrundinformationen zu den angewandten Methoden vermittelt.
In kleinen Gruppen führen Sie die folgende Experimente durch:
- Anatomie unseres Skelettapparates im physiologischen Zusammenhang forensisch-anatomische Diskriminanzanalyse
- Aufschluss von genomischer DNA
- Polymerase-Ketten-Reaktion
- Agarosegelelektrophorese
Dauer: 4 Tage
Max. Teilnehmerzahl: 12

